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Risiko Alzheimer

Interne Schulung im Castra Regina Center

Am 29.10.2014 hielt unser Experte für Neuroradiologie, Dr. Christian Lang, im Castra Regina Center Regensburg eine interne Schulung für unsere Mitarbeiter zur Thematik Demenz und Alzheimer:

Des öfteren wird im Nachgespräch einer Kernspinuntersuchung des Kopfes die Frage gestellt, ob Hinweise auf eine Alzheimer-Erkrankung vorliegen, auch wenn dies nicht der ursprüngliche Grund der Untersuchung war. Dies zeigt, dass die Sorge um diese Erkrankung doch groß ist. Grundsätzlich werden drei Formen der Demenz unterschieden: vaskulär (=gefäßbedingt), (neuro-)degenerativ und Mischformen dieser beiden. Bei der vaskulären Demenz bestehen als Ursache kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hoher Homocysteinspiegel, Nierenschädigung, Übergewicht und Zuckerkrankheit.

Alzheimer auch genetisch bedingt

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer-Erkrankung. Sterben hierbei zu viele Hirnzellen ab, bricht das vernetzte neuronale System zusammen.

Vor allem ältere Frauen sind Alzheimer-gefährdet, das Risiko erhöht sich jedoch auch für die Männer mit zunehmendem Alter. Zudem konnte eine genetische Disposition nachgewiesen werden. In gesunden Verbindungen der Zellen untereinander werden die Signale über Botenstoffe (Transmitter) weitergeleitet. Bei kranken Zellverbindungen „rauscht“ die Übertragung so stark, dass das Signal nicht weitergeleitet werden kann. Lernen ist dann nicht mehr möglich, auch das Abrufen von Gedächtnisinhalten ist gestört.

Genaue Ursache noch unbekannt

Die Ursache der Alzheimer-Erkrankung ist noch nicht gelöst, es gibt hierbei unterschiedliche Theorien. Möglicherweise sind krankhafte Ablagerung von Plaques (sog. Beta-Amyloid) zwischen den Hirnzellen die Ursache, eventuell falsch geformte, sogenannte tau-Proteine, sodass hierdurch die Weiterleitung von Zelle zu Zelle nicht mehr funktioniert. Bei diesen Veränderungen könnte es sich jedoch auch lediglich um Epiphänomene und nicht die wirkliche Ursache der Krankheit handeln.

Verschiedene Symptome

In einem leichteren Stadium einer Demenz lässt zunächst die Erinnerung nach, es kommt zu Orientierungs- und Sprachstörungen. Zudem ist es schwieriger, sich zu konzentrieren. Imfortgeschrittenen Stadium lässt zudem die Fähigkeit nach, die Dinge des normalen Alltagslebens zu bewältigen. Der Patient ist teilweise orientierungslos, hat Ängste und neigt zu Depressionen. Bei der schweren Form bestehen zunehmend Verhaltensstörungen. Der Patient benötigt dann volle Pflege, ist unruhig oder apathisch.

Frühzeitige Diagnose

Mit der Kernspintomographie ergibt sich die Möglichkeit, den Abbau von Hirnsubstanz nachzuweisen sowie auch therapierbare Ursachen einer Demenz darzustellen. Hierbei ist das dünner werden der Hirnrinde v.a. des Schläfenund Scheitellappens erkennbar, die Ventrikel (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume) werden hingegen größer. Vor allem Areale zur Generierung von Gedächtnis, Lernen und Sprache sind somit betroffen. Diese Arte der Bildgebung ist ein Baustein der Demenz-Diagnostik. Sehr wichtig ist jedoch die Erhebung der Krankengeschichte (zum Beispiel die Differenzierung von einer depressiven Erkrankung). Weitere Möglichkeiten der Diagnostik sind Blutuntersuchungen,
psychometrische Testverfahren, PET, Hirnwasseruntersuchung und DAT-Scan. Dank spezifischer Diagnosemöglichkeiten und moderner Geräten können Radiologen immer genauere Bilder des menschlichen Körpers und seiner Organe erstellt werden – so auch vom Kopf.

 

Kategorien: Kernspintomographie |
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