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Hinter den Kulissen: Tätigkeitsbereich einer MTRA im Mammographie-Screening im MVZ Dr. Neumaier & Kollegen

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen den Tätigkeitsbereich einer MTRA im Mammographie-Screening im MVZ Dr. Neumaier & Kollegen vor.

Das „Screening“ (Sc) ist ein deutschlandweit einheitlich geregelter Ablauf im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung mittels der Mammographie und ergänzenden Zusatzuntersuchungen.

Um als Medizinisch-Technische Radiologieassistentin (MTRA) im Screening arbeiten zu können, werden einige Zusatzkurse vorausgesetzt:

• Zunächst besucht man einen dreitägigen multidisziplinären Kurs, in dem man sich theoretisches Wissen rund um die Brust aneignet.
• Der nächste Schritt ist ein dreitägiger Ersteller-Kurs. Hier wird man nochmals theoretisch und praktisch in die Mammographie mit sämtlichen Spezialaufnahmen und Zusatzuntersuchungen eingewiesen. Hintergrundwissen zur Funktion von Mammographie-Geräten und ordnungsgemäßer Anwendung von Röntgenstrahlen wird aktualisiert.
• Den Abschluss der Ausbildung bildet ein zehntägiges Praktikum „zur angeleiteten Tätigkeit“ in einem übergeordneten Referenzzentrum. Dort fertigt man unter Aufsicht einer erfahrenen Kollegin mindestens bei 50 Patientinnen Mammographien an, die im Anschluss auf ihre Qualität hin überprüft und bewertet werden.


Dann ist es soweit: Man erhält seine Zulassung zum Screening. Für MTRAs besteht die Herausforderung darin, dass trotz der starken anatomischen Unterschiede der Frauen die geforderte konstante Qualität der Aufnahmen erreicht wird. Den Standardkörper gibt es „Gott sei Dank“ noch nicht! Da die Patientinnen häufig mit gemischten Gefühlen oder gar Angst zu dem Termin erscheinen, erfordert unsere Tätigkeit viel Einfühlungsvermögen. Eine MTRA, die Körperkontakt scheut, wäre für diesen Arbeitsbereich ungeeignet.

Die Mammographie-Abteilung ist Frühaufsteher

Wir starten kurz vor 7.00 Uhr mit dem Einschalten unzähliger PCs und Geräte. Zwischen 7.00 und 7.30 Uhr läuft dann die tägliche Konstanzprüfung unserer beiden Mammographie-Geräte. Dabei werden Prüfkörperaufnahmen angefertigt und von der MTRA ausgemessen und ausgewertet. Die Messergebnisse werden online an die Abteilung Physik des zuständigen Referenzzentrums in München übertragen. Spätestens um 7.30 Uhr sollten unsere Geräte von München freigegeben sein, um den Betrieb aufnehmen zu können und den Patientinnen eine konstante Aufnahmequalität zu bieten.

Währenddessen werden die Daten der ersten Patientinnen von der Kollegin an der Anmeldung ins Screening-Programm aufgenommen. Deren Arbeit wird sehr erleichtert, wenn die zugesandten Formulare bereits vollständig ausgefüllt mitgebracht werden, da das komplette Formular in das Computerpogramm eingepflegt werden muss. Erst jetzt wird der Patientenname an das Röntgengerät automatisch gemeldet und kann von uns verwendet werden.

Nun kommen wir zum Einsatz. Wir holen die Patientin aus unserem Screening-Wartezimmer ab. Ein solches separates Wartezimmer für die Screening-Patientinnen wird vom Sc-Programm gefordert. Heute erscheint diese Verpflichtung als sinnvoll, da zeitgleich der „normale Patientenbetrieb“ läuft, mit einer vollkommen unterschiedlichen Wartesituation.

Hohes Maß an Verantwortung

Im Untersuchungsraum bitten wir unsere Patientin den Oberkörper zu entkleiden. Wir betrachten aufmerksam die Brust, um alle Besonderheiten für die befundenden Ärzte zu dokumentieren. Dazu gehört auch evtl. Brustprobleme zu notieren. Da wir einziges Bindeglied zwischen der Patientin und dem befundenen Arzt sind, tragen wir hier ein hohes Maß an Verantwortung.

Mit einigen Worten und hoffentlich etwas Fingerspitzengefühl führen wir die Patientin durch die Untersuchung. Es werden pro Brust standardmäßig zwei Ebenen (Aufnahmen) angefertigt. Nach Abschluss der Aufnahmen überprüfen wir an unserem Monitor die Qualität unserer Einstelltechnik und verabschieden die Patientin mit der Information, dass das Ergebnis zugesandt wird oder bei Bedarf von Ergänzungsuntersuchungen, wie beispielsweise einer Ultraschalluntersuchung, eine telefonische Wiedereinladung erfolgt.

Begleitung bei weiterführenden Untersuchungen

Unmittelbar nach der Bilderstellung läuft die Bildbefundung an: durch Erstbefunder, Zweitbefunder und eventuell Konsensuskonferenz mit dem Programmverantwortlichen Arzt. Die Patientin erhält per Post ihr Ergebnis oder eine Wiedereinladung zu einer weiterführenden Untersuchung. Hierzu werden spezielle Termine angeboten. Die MTRA fertigt die vom Arzt angeforderten Spezialaufnahmen an und bereitet die Patientin für die eventuell darauffolgende Ultraschalluntersuchung vor.

Wird aufgrund des Untersuchungsergebnisses eine Gewebeprobe, eine sogenannte sonographische Stanzbiopsie erforderlich, deckt die Kollegin den dafür nötigen sterilen Tisch und assistiert dem Arzt bei der Biopsie. Folgt eine stereotaktische Vakuumsaugbiopsie, da der Befund nur am Röntgenbild zu sehen ist, vereinbart die Patientin einen weiteren Termin, da für die Untersuchung am Fischertisch Blutgerinnungswerte benötigt werden.

Die Untersuchung am Fischertisch wird, einschließlich vorheriger Konstanzprüfung vollständig von der Assistentin vorbereitet, um anschließend dem Arzt (Herrn Dr. Neumaier oder Frau Dr. Beck) eine zügige und exakte Biopsie zu ermöglichen. Die Wundversorgung nach der Probeentnahme, der Versand der Präparate und
die Desinfektion des Arbeitsmaterials erfolgt durch uns.

Schließlich endet unser langer und ausgefüllter Arbeitstag um 18 Uhr.

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